Zum Inhalt springen

Herausforderungen für Social-Media-Verantwortliche 2019

Die Lebkuchen und Christstollen in den Supermärkten machen es deutlich: das Jahr 2018 geht langsam vorbei. Nur noch drei Monate, dann steht der Jahreswechsel bevor. In den Monaten vor Jahresende sollten sich Social-Media-Verantwortliche in Kultureinrichtungen auf die Herausforderungen für das kommende Jahr einstellen. In diesem Artikel gehe ich auf fünf Punkte ein, die 2019 eine größere Rolle spielen werden oder zunehmend eine Rolle spielen sollten in der täglichen Arbeit des Social-Media-Verantwortlichen.

Bewegtbild

Eigentlich fast schon ein Buzzword – aber auch 2019 immer noch „Neuland“ auf vielen Social-Media-Accounts von Museen, Theatern und anderen kulturellen Einrichtungen. Laut aktuellen Studien kommunizieren wir Nutzer immer mehr Bewegtbildinhalte. Auch wenn damit nicht immer eine höhere Reichweite einhergeht – Videos sind 2019 ein wichtiger Teil der digitalen Öffentlichkeitsarbeit. Doch es reicht nicht, einfach ein Video alle zwei Monate auf Youtube hochzuladen. Der Content auf Facebook, Instagram und Twitter sollte zumindest wöchentlich – wenn nicht sogar täglich produziert werden. Die Qualität  der kurzen Videoinhalte muss aber nicht an die von Kinofilmen reichen – solange Ton und Bild technisch sauber sind, kann auf aufwendige Nachproduktionen verzichtet werden.

Moderne Technik macht es möglich, dass auch Laien kurze Videos produzieren können und diese dann maßgeschneidert auf die jeweilige Plattform hochladen. Wichtig ist bei aller Produktionswut aber ein Redaktionsplan. Videos sollten nicht planlos und unüberlegt hergestellt werden, sondern immer einer Leitlinie folgen. Festzustellen ist, dass viele kulturelle Einrichtungen noch zu wenig Videos produzieren. Kurze Clips sagen am Ende manchmal mehr aus als ellenlange Texte.

Community Management

Zuhören, diskutieren und Meinungen aufnehmen – das macht gutes Community-Management aus. Zunehmend wird dieser Teil der Arbeit 2019 in geschlossenen Facebook-Gruppen stattfinden. Social-Media-Verantwortliche sollten sich schon jetzt fragen, wie die eigene Einrichtung dies nutzen kann. Unbestritten ist, dass die digitale Kommunikation in den letzten Jahren auf Facebook rauer, unsachlicher und empathieloser wurde.

In Facebook-Gruppen kann ein erfolgreicher Dialog mit Besuchern, Mitarbeitern, Fans und Kulturinteressierten dennoch gelingen. Dafür müssen die Mitarbeiter in der Social-Media-Abteilung geschult werden. Zudem müssen von Anfang an Regeln innerhalb der Gruppe aufgestellt werden. Aber auch das altbewährte Community Management auf der Facebook-Seite und auf Instagram sowie Twitter bleibt weiter wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit. 2019 steht ganz im Zeichen einer „privateren“ Kommunikation zwischen kultureller Einrichtung und dem Besucher. Dafür müssen jetzt schon Ressourcen geschaffen werden.

Mehr Agilität und Flexibilität

Die letzten Jahre haben es uns gezeigt: gegen die Algorithmen von Facebook und Instagram sind wir machtlos. Sobald eine Plattform den Algorithmus des Newsfeed oder Seitenfeed ändert, sinkt die (organische) Reichweite der Facebook-Seite. Aber anstatt sich darüber zu ärgern, sollten  Social-Media-Verantwortlichen auf diese Änderungen agil reagieren. Ein behäbiges „Weiter so“ ist da Fehl am Platz. Social Media bedeutet auch, auf Änderungen schnell und adäquat zu antworten und bestehende Prozesse zu hinterfragen. Oftmals passiert aber genau das Gegenteil. Änderungen des Algorithmus oder andere Verschiebungen auf der Plattform werden gar nicht, zu spät oder mangelhaft erkannt.

Wichtig ist daher, dass die Verantwortlichen diese Disruptionen frühzeitig erkennen und richtig darauf reagieren. Wer sich durch Newsletter oder in speziellen Fachgruppen informiert, besitzt einen Wissensvorsprung, den er für die eigenen Social-Media-Accounts zielführend nutzen kann. Nicht zuletzt sollte natürlich das Studium neuer Studien, Analysen oder Reports zu den wichtigsten Aufgaben des Social-Media-Verantwortlichen in einer Kultureinrichtung zählen. 2019 wird ein spannendes Jahr – wer sich darauf vorbereitet, profitiert langfristig davon.

Messenger-Kommunikation

Whatsapp hat in Deutschland mehr Nutzer als Facebook, Instagram oder Youtube. Der Messenger ist das Tool für die digitale Kommunikation. Für viele Facebook-Seitenbetreiber spielt auch der hauseigene Messenger eine immer wichtigere Rolle. Beide Beispiele zeigen, dass die Messenger-Kommunikation 2019 an Bedeutung zunehmen wird. Verantwortliche müssen auf diesen Trend reagieren und neue digitale Angebote für die Kunden- sowie Unternehmenskommunikation aufbauen. Mit Newslettern, Serviceangeboten oder regelmäßigen Newslettern kann eine viel enge Beziehung zwischen Besucher und Einrichtung aufgebaut werden als mit einem Facebook-Post oder einer Instagram-Story. Angebote wie WhatsBroadcast machen es schon 2018 möglich, dass via Whatsapp mit anderen Nutzern kommuniziert werden kann.

Dafür sollten die kulturellen Einrichtungen eine neue Handynummer einrichten und mittels Webapp den neuen Whatsapp-Kanal steuern. Zudem gibt es zahlreiche Anbieter auf dem Markt, die kostenpflichtige Tools für die Messenger-Kommunikation mit Whatsapp anbieten. 2019 sollten Social-Media-Verantwortliche sich überlegen, inwiefern der Messenger bei der externen aber auch internen Kommunikation hilfreich sein kann. Wichtig ist bei aller Euphorie aber immer eine Strategie, ein Konzept und ein Monitoring. Wer anfangs Ziele definiert, kann diese nach einem halben Jahr besser auswerten und die Frage beantworten, ob der Messenger in der digitalen Kommunikation der kulturellen Einrichtung einen Mehrwert bietet. Man sollte aber nicht erwarten, dass die Abonnenten für den Whatsapp-Kanal über Nacht die 1.000er-Marke erreichen.

Datenanalyse

Ich formuliere es mal so: Wer 2019 als Social-Media-Verantwortlicher immer noch nicht die vorhandenen Daten auf Facebook, Instagram, Twitter oder Youtube lesen und richtig deuten kann, ist in diesem Beruf einfach falsch. Daten sind nicht nur das Öl des 20. Jahrhundert, sie sollten auch der Ausgangspunkt für die strategischen Überlegungen in Sachen Social Media sein. Wer die gesammelten Daten deuten und analysieren kann, bekommt einen Eindruck darüber, welche Inhalte auf den jeweiligen Social-Media-Account gut laufen – und welche nicht.

Die gute Nachricht: das Datenauslesen kann man lernen. Diskutiere die Daten zum Beispiel aus den Insights oder den Werbeanzeigen mit deinen Kollegen. Diskutiere auch die demografischen Merkmale und bespreche die Reichweitenzahlen und Engagementraten. Alles, was dafür benötigt wird, ist ein Verständnis für Zahlen und den Willen, mit komplexen Dateninhalten zu arbeiten. Daten spielen im digitalen Marketing eine immer wichtigere Rolle. Nur wer die Zahlen richtig liest, kann die richtigen Rückschlüsse daraus zielen und auch 2019 im Bereich Social Media erfolgreich durchstarten.

2019 mag für den einen oder anderen Social-Media-Verantwortlichen noch in weiter Ferne liegen. Aber Veränderungen bedürfen einer richtigen Strategie – und die entwickelt sich nicht über Nacht. Nur wer weiterhin neugierig bleibt und agil auf Algorithmus-Veränderungen reagiert, kann auch im nächsten Jahr die digitale Kommunikation für die Kultureinrichtung erfolgreich bestreiten.

Mich würde an dieser Stelle interessieren: vor welchen Herausforderungen stehst du? Was ist aus deiner Sicht 2019 von Bedeutung? Schreibe mir gern eine E-Mail mit deinen Eindrücken.

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.